Ein KI-Agent kann schnell schreiben. Verlässlich wird er erst, wenn er seine Quellen sauber prüft. Dieses Tutorial zeigt einen kleinen Quellen-Audit, der vor jedem CMS-Entwurf laufen sollte: erreichbar, passend, primär genug, sauber verlinkt und nach dem Speichern noch einmal gegengeprüft.
Was ist der Quellen-Audit?
Der Quellen-Audit ist ein kurzer Kontrolllauf zwischen Recherche und Draft-Anlage. Der Agent sammelt mögliche Belege, prüft HTTP-Status und Quelleigenschaft, ordnet jede Quelle einer konkreten Aussage zu und schreibt erst danach den Beitrag über die WordPress REST API für Beiträge als Entwurf. Wichtig: Der Audit ersetzt keine redaktionelle Freigabe. Er reduziert nur die typischen Fehler, bevor Maik den Text prüft.
Die 7 Checks vor dem Draft
- Erreichbarkeit prüfen: Jede Quelle bekommt einen HTTP-Check. 200 ist gut, Weiterleitungen sind zu dokumentieren, 403/404/5xx werden ersetzt. Für die Einordnung von Statuscodes hilft die Übersicht der MDN Web Docs zu HTTP response status codes.
- Primärquelle bevorzugen: Release Notes, offizielle Dokumentation, Anbieterblogs, Papers oder GitHub-Repositories sind stärker als Zusammenfassungen Dritter.
- Aussage koppeln: Keine dekorative Quellenliste. Jede Quelle muss eine konkrete Aussage im Artikel stützen: API-Feld, Sicherheitsrisiko, Workflow-Schritt oder technische Grenze.
- Aktualität bewerten: Bei Tools, APIs und Sicherheitsregeln zählt das Datum. Alte Quellen sind nicht automatisch falsch, brauchen aber Kontext.
- Linktext sauber setzen: Im Artikel stehen sprechende Links wie WordPress REST API Reference: Media, nicht nackte URLs.
- Secrets und interne Namen entfernen: Anwendungspasswörter, Tokens, interne Systemnamen und private Pfade gehören weder in Quellenlisten noch in Screenshots oder Logs.
- Readback nach dem Speichern: Nach dem REST-Call liest der Agent den Beitrag erneut aus und prüft Status, Slug, Kategorie, Tags und
featured_media.
Was ist neu oder anders als beim normalen Draft-Workflow?
Der normale Draft-Workflow beantwortet die Frage: Wie kommt ein geprüfter Entwurf sicher nach WordPress? Der Quellen-Audit sitzt eine Ebene davor. Er entscheidet, ob das Thema überhaupt tragfähig genug ist. Gerade bei Agenten, die Webquellen, lokale Notizen und API-Dokumentation mischen, ist diese Trennung wertvoll: Erst Belege stabilisieren, dann schreiben, dann als draft speichern.
Warum relevant?
Viele Automationen scheitern nicht am Schreiben, sondern an kleinen Qualitätsbrüchen: ein Link ist blockiert, eine Sekundärquelle übertreibt, ein API-Feld wird falsch erklärt, ein Bild enthält lesbaren Text oder der Beitrag landet ohne sauberen Readback im CMS. Die offiziellen WordPress-Unterlagen zu Application Passwords zeigen außerdem, warum Credentials getrennt vom normalen Login behandelt werden müssen. Der Quellen-Audit zwingt den Agenten, solche Punkte vor der Freigabe sichtbar zu machen.
Praxis-Einordnung
Für Agentenkompass ist ein guter Standard: mindestens drei erreichbare, seriöse Quellen; bevorzugt Primärquellen; keine nackten URLs; ein lokaler Bericht mit HTTP-Status; danach ein WordPress-Draft mit Featured Image. Das ist kein schwerer Prozess. Es ist eine kurze Checkliste, die verhindert, dass Geschwindigkeit mit Veröffentlichung verwechselt wird.
Risiken und Grenzen
- HTTP 200 heißt nicht automatisch korrekt: Eine erreichbare Seite kann veraltet, werblich oder inhaltlich schwach sein.
- Primärquellen können lückenhaft sein: Release Notes erklären oft, was neu ist, aber nicht immer die Risiken im Betrieb.
- Agenten können zu viel Handlungsmacht bekommen: Die OWASP Top 10 for LLM Applications erinnern daran, dass Tool-Zugriff, Datenflüsse und übermäßige Agency kontrolliert werden müssen.
- Draft ist nicht gleich sichtbar geprüft: Ein Entwurf darf 404 zeigen. Nach späterer Veröffentlichung müssen Startseite, Rubrikseite, Card-Link, dunkles Layout und Quellenlinks separat geprüft werden.
Fazit
Der beste Redaktionsagent ist nicht der, der am schnellsten veröffentlicht. Es ist der, der sauber vorbereitet: Quellen prüfen, Aussagen belegen, Links sprechend setzen, Secrets vermeiden, Entwurf speichern und Readback liefern. Erst danach lohnt sich die menschliche Freigabe.
